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„Maximiliansweg“ über die Bayerischen Voralpen

„Maximiliansweg“ über die Bayerischen Voralpen
vom 29. August – 1. September 2019

Am Donnerstagmorgen treffen sich 13 Bergfreundinnen und –freunde und fahren mit 3 PKW zum Parkplatz der Herzogstandbahn (800 m) am Walchensee. Entgegen der Wetterprognosen haben wir ideales Wanderwetter und beginnen von hier unseren gut
3 – stündigen Aufstieg zum Heimgarten (1791 m). Von der bewirtschafteten Heimgartenhütte, die direkt unterhalb des Gipfelkreuzes steht, haben wir nach Süden einen grandiosen Blick hinunter zum „tiefblauen“ Walchensee und hinein ins Karwendel und Wettersteingebirge mit dem markanten Zugspitzmassiv. Auch der Weiterweg über den Grat hinüber zum Herzogstand ist gut zu sehen. Auf diesem schmalen Grat gehen wir weiter. Der Steig ist gut mit Drahtseilen gesichert und sieht schmaler aus als er ist. Vom Grat haben wir auch einen herrlichen Blick nach Norden hinunter zum Kochelsee mit seinem großen Kraftwerk und hinaus in die oberbayerische Seenlandschaft. Nach gut einer Stunde erreichen wir den Herzogstand (1731 m) mit seinem Aussichtspavillon. Von hier haben wir nochmals einen schönen Rundblick. Auch der Weiterweg für den nächsten Tag ist bereits erkennbar. Nun sind es nur noch ein paar Kehren abwärts auf nicht mehr ausgesetztem Weg hinunter zum Herzogstandhaus (1573 m), wo wir nächtigen und den ersten Tag ausklingen lassen.

Am nächsten Morgen starten wir auf ein recht langes Teilstück des Maximiliansweges mit einigem Auf und Ab und oft wechselnden Blickrichtungen. Wir wandern vom Herzogstand auf breitem Fahrweg hinunter zur Passhöhe am Kesselberg (850 m), überqueren die Passstraße und steigen hinauf zur bewirtschafteten Jocheralm (1381 m), wo wir uns eine kurze Mittagsrast gönnen. Gestärkt geht es weiter über Wiesenflächen und über unwegsames Waldgelände hinunter zur Kotalm (1131 m) und nach kurzem steilen Aufstieg hinauf zur Staffelalm (1321 m). Weiter auf einer Forststraße zur Glaswandscharte und wieder steil in Kehren bergauf zum Sattel auf knapp 1600 m, wo nach rechts der Weg zur Benediktenwand abzweigt. Wir halten uns heute aber links und steigen in einer guten halben Stunde zu unserem heutigen Ziel, der komfortabel ausgestatteten und toll gelegenen Tutzinger Hütte (1325 m) ab, die wir nach über 8-stündiger Gehzeit erreichen. Die alte Hütte wurde im Jahr 2000 abgerissen und nach ökologischen Konzepten neu aufgebaut. Sie nimmt am Projekt „So schmecken die Berge“ teil und wurde 2006 mit dem Umweltsiegel des DAV ausgezeichnet.

Die Etappe des nächsten Tages über die Benediktenwand hinüber zum Brauneck gehört zu den landschaftlichen Höhepunkten des Maximiliansweges. Zunächst geht es von der Tutzinger Hütte Richtung Wand und mäßig steil hinauf. Diesen Weg sind wir am Vortag von der Staffelalm gekommen. Nach einer halben Stunde erreichen wir die Abzweigung zum Gipfel und halten uns links. Nach gut einer Stunde stehen wir auf dem höchsten Punkt. Der Gipfel der Benediktenwand (1800 m) ist einer der „Klassiker“ der Münchner Hausberge und sicher auch ein Höhepunkt des Maximiliansweges. Vom Gipfel aus tun sich traumhaft weite Blicke auf in Richtung Alpenhauptkamm und zur anderen Seite auf das „Fünf-Seen-Land“. Knapp unterhalb des Gipfels steht eine kleine Biwak-Hütte. Der Weiterweg führt über die Ostseite mit mehreren Seilsicherungen hinunter zum Rotohrsattel (1670 m). Über Varianten geht es den Normalweg oder auf schmalem Bergpfad mit Seilsicherungen über die Achselköpfe und über den Latschenkopf (1712 m) zum Gipfelkreuz des Braunecks (1555 m). Direkt unterhalb erreichen wir unser Tagesziel, das Brauneckhaus mit seiner Aussichtsterrasse hoch über dem Isartal, von wo aus wir auch einen herrlichen Sonnenuntergang genießen können.

Nachdem der Wetterbericht für den Sonntagmittag einen Schlechtwettereinbruch mit Kaltfront meldet, entschließen wir uns nach dem Frühstück für einen „knieschonenden Abstieg“ mit der Brauneckbahn hinunter nach Lenggries. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln mit mehreren Umstiegen und einer Mittagspause in der Fußgängerzone im malerischen Bad Tölz erreichen wir am frühen Nachmittag wieder unsere Autos am Walchensee.

Verfasser: Friedrich Glaßbrenner