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Maximiliansweg – Über die Ammergauer Alpen

Am Freitagmorgen treffen sich 13 Bergfreundinnen und -freunde an der Autobahnauffahrt Neustädtlein und fahren mit 3 PKW zur Talstation der Tegelbergbahn bei Schwangau. Das Märchenschloss Neuschwanstein ist auf Grund des Regens und der Wolken kaum zu sehen. Doch der Wetterbericht meldet für den Nachmittag Wetterbesserung. Nach einer längeren Pause an der Talstation entschließen wir uns gegen Mittag zur Bergfahrt mit der Seilbahn zum Tegelberghaus (1707 m), eine beliebte Panoramastation mit toller Fernsicht. Heute haben wir jedoch keine Sicht und alles ist „wolkenverhangen“ – doch der Regen hört nach kurzer Wartezeit auf. So beginnen wir unsere Wanderung auf dem Naturlehrpfad, dem früheren bereits von König Maximilian II von Bayern angelegten „Ahornreitweg“. Leicht bergab queren wir die Südseite des Branderschrofen bis zu einer Wegkreuzung unterhalb des Branderflecks (1620 m). Auf Grund der Nässe verzichten wir auf den Übergang über Krähe und Hochplatte und folgen dem Weg links hinunter in das Lobental. Wir überqueren auf einer „maroden“ Brücke den Bach und erreichen auf der Forstpiste den Bockstallsee (1148 m). Weiter geht’s zur Wankerfleck-Kapelle an der Kenzenstraße und auf dem parallel verlaufenden Wanderweg hinauf zur privat betriebenen Kenzenhütte (1285 m).

Direkt gegenüber der Kenzenhütte führt der Weg am nächsten Morgen hinauf zum Bäckalmsattel (1536 m). Steil geht es auf einem schmalen Pfad hinauf zu der auf einer großen Freifläche stehenden Hirschwanghütte (1713 m), einer kleinen unbewirtschafteten Schutzhütte. Wir überqueren die durchfeuchteten Almwiesen und wandern weiter auf dem Gipfelgrat des 1885 Meter hohen Feigenkopfs, um dann 100 Höhenmeter abzusteigen bis zum Ansatz des Grates der Klammspitze. Hier müssen wir die Hände zu Hilfe nehmen (leichte Kletterei, I) und bewältigen eine kurze, mit Seilen gesicherte Stelle. Der Grat steigt schnell wieder an und kurz darauf geht es hoch zum Gipfel der Klammspitze (1924 m), mit ihrem beeindruckenden, großen Kreuz. Von hier aus geht es in der Tendenz bergab. Erst durch eine kleine Scharte, dann queren wir die Karmulde, die östlich des Gipfels liegt und erreichen die bewirtschafteten Brunnenkopfhäuser (1602 m). Nach einer kurzen Rast gehen wir weiter auf dem Höhenweg durch den zauberhaften Ammerwald. Manche Bäume sind wirklich uralt, was aus dem hohen Schutzstatus des Gebietes resultiert. Aus dem Wald heraus ergibt sich ein spektakulärer Blick auf unsere nächste Unterkunft, das August-Schuster-Haus / Pürschlinghaus (1564 m), mit seiner großen Aussichtsterrasse, das wir nach über 9 Stunden Gehzeit erreichen. Und so schmeckt heute Abend das Bergsteigeressen mit „Leberkäs oder Schweinsbraten“ auf der Terrasse besonders gut!

Am nächsten Morgen genießen wir erst mal den Sonnenaufgang bei wolkenlosem Himmel und die herrliche Rundumsicht auf die umliegenden Berge – u.a. die Zugspitze und unsere fast unbezwingbar scheinende Klammspitze vom Vortag. Auf unserem Abstieg durch Almweiden und durch den Wald begleiten uns Pferde hinunter zur Langentalalm. Weiter durch die Schleifmühlenklamm erreichen wir Unterammergau (836 m). Den Ort durchwandern wir Richtung Norden und erreichen die Wallfahrtskirche Kappel. Auf einem Fahrweg und auf dem Wiesenweg, der sich im Wald etwas „verläuft“, gelangen wir zur Hörnlehütte (1390 m) und auf das Vordere Hörnle. Von hier haben wir eine tolle Sicht auf „Oberbayern“ mit seinen markanten Seen. Um dem „Trubel“ auf der Hörnlehütte schnell zu entfliehen, entschließen wir uns, mit dem Sessellift nach Bad Kohlgrub „hinunter zu schweben“. Nach Einkehr und Stärkung machen wir uns am Spätnachmittag auf die Heimreise.

> Friedrich Glassbrenner

2019-02-02T08:34:35+00:00Fotos, Tourenbericht 2018|