/, Tourenbericht 2019/Genusstour in der Bayerischen Bilderbuchlandschaft“ Spitzingsee

Genusstour in der Bayerischen Bilderbuchlandschaft“ Spitzingsee

Am Donnerstagmorgen, den 13. Juni treffen sich am Parkplatz in Dinkelsbühl 7 hoch motivierte Berggeister, 4 Mädels, Karin, Ingeborg, Renate und Zita sowie  3 Jungs, Uwe, Wolfgang und Reinhold um in Richtung Spitzingsee zu starten. 2 PKW reichten uns, hatten wir doch durch Verletzung kurzfristig einen Ausfall zu verzeichnen.

Bei strahlendem Sonnenschein kamen wir am Spitzingsee gegen 11:00 Uhr an und parkten unsere PKW  für die nächsten drei Tage an der Taubensteinbahn. Nach kurzer Pause starteten wir an der Talstation  zu Fuß in Richtung  Schönfeldhütte die auf 1410 m liegt. Es ist eine  kleine, sehr gemütliche Hütte mit nur 39 Schlafplätzen, die wir nach 1 ½ Std. gemütlichem Aufstieg erreichten.

Nach einer entspannten Mittagspause mit gutem Essen war  noch eine Nachmittagstour geplant. Die Hüttenwirtin meinte, die Runde wäre gut in 4 Std. zu machen und wir wären gegen 18:00 Uhr zurück. Mit leichtem Gepäck ging es in Richtung Tanzeck und hoch zur Aiplspitze auf 1758 m. Hier mussten wir doch unser ganzen „Können“ einsetzen, denn die letzten  Meter waren reiner Fels und dieser verlangte, dass wir auch unsere Hände benutzen.  Nach kurzer Rast am Gipfelkreuz stiegen wir auf der anderen Seite hinunter zur Benzing-Alm. Beschwerlich war der Weg, war er doch sehr zugewachsen und mit vielen Wurzeln bestückt.

An der Benzing-Alm angekommen ging es wieder hoch durch Almwiesen und viele blühenden Blumen hinauf in Richtung Jägerkamp, vorbei an der Jägerbauern-Alm, die leider noch nicht bewirtschaftet war. Inzwischen merkten wir, dass der Tag schon sehr lange war und wir doch sehr gemütlich unterwegs sind. Kamen doch bei dem einen und anderen plötzlich Zweifel auf, dass wir es noch rechtzeitig zum Abendessen auf der Hütte schaffen. War es doch auf dem Gipfel des Jägerkamp 1746 m schon 18:00 Uhr und bis 19:00 Uhr gab es nur Abendessen. Nun musste Uwe helfen! Uwe ging schon mal vor, um im schlimmsten Fall für uns ein gutes Wort einzulegen. Denn die Nacht ohne ein warmes Abendessen zu verbringen konnten wir uns nicht vorstellen. Die Hütte konnten wir bereits sehen, hatten aber noch 320 m abzusteigen.  Nachdem Uwe bereits sein erstes Getränk hatte kamen wir doch noch rechtzeitig  um 18:45 Uhr auf der Hütte an und konnten unser Abendessen genießen.

Am 2. Tag hatten wir wieder herrliches Wetter. Durch grüne Wiesen und Blumen ging es hoch zur Bergstation Taubensteinbahn. Die kurze Kletterei auf den Taubenstein wollten natürlich alle mitnehmen und wir hatten eine wunderbare Aussicht auf die umliegenden Berge, hinunter auf den Spitzingsee und im Norden auf den Schliersee. Weiter ging es in Richtung Rotwand die mit 1885 m der höchste  Berg in dieser Gegend ist. Um den Lempersberg herum mussten wir einige kleine Schneefelder überqueren und kamen gegen Mittag am Rotwandhaus an. Die jetzt anstehende Mittagspause tat uns allen gut, waren doch für heute bis zu 30 Grand angesagt. Drei von uns, Uwe, Zita und Reinhold wollten natürlich noch auf die Spitze der Rotwand, waren ja nur noch 150 Meter. Wir ließen unsere Rucksäcke bei unseren Begleitern und waren in 20 Minuten oben. Wieder hatten wir eine fantastische Sicht vom höchsten Gipfel des Spitzingsee Gebietes.

Nun machten wir uns an den Abstieg vom Rotwandhaus zur unserem nächsten Quartier, der Albert-Link-Hütte. Auf dem breiten Forstweg in das Tal merkten wir schnell, dass wir in der Gegenwart angekommen sind. Viele Mountainbiker mit „E“ kamen uns bergwärts entgegen, auch die, die es ohne „E“ nicht schaffen würden. Nach dem langen „Hatscher“ und der 700 Hm Abstieg waren wir glücklich an der Hütte angekommen zu sein. Sehnten wir uns heute doch nach einer Dusche und einem kühlen Getränk. Überrascht wurden wir nach dem Anmelden von der Hüttenwirtin Ute, dass es wohl einen Buchungsfehler gegeben hat. Leider konnten wir nicht wie geplant beide Tage auf ihrer Hütte nächtigen, sondern mussten am Samstag in das DAV Haus zu ihrer Freundin Melanie umziehen. Diese hatte freie Betten und wir konnten noch einen Tag bleiben.

Der 3. Tag begann wieder mit herrlichem Sonnenschein, doch für den Nachmittag waren  starke Gewitter angesagt.  Beim Frühstück meinte Renate, es tut ihr Leid, aber sie möchte heute nicht mit uns gehen. Lag es wohl an uns? Nein, wir hatten alle geduscht! Es lag an ihrem großen Zeh, der schmerzte. Schuld waren ihre alten Wanderschuhe, die nun endgültig entsorgt werden sollten. Renate lag sich zum sonnen an den See und die restlichen 6 starteten in Richtung Stolzenberg. Steil ging es bergan, sehr steil denn wir gewannen schnell an Höhe. Der Schweiß floss bereits nach wenigen Schritten und wir mussten sehr bald eine Trinkpause einlegen. Einige dachten bestimmt, wäre ich doch bei Renate am See.

Reinhold HaulerAm Kamm angekommen wanderten wir auf einem wunderschönen Weg im Schatten durch dichten Wald in Richtung Rothkopf. Vorbei am Grünsee zum Stümpfling-Haus, der Bergstation der Sesselbahn. Von dort weiter zur Unteren und Oberen First-Alm, an der wir zur Mittagspause einkehrten. Uwe u. Karin hatten wenig Hunger auf Essen, jedoch großen Hunger auf die Brecherspitz.  Inzwischen waren schon viele Wolken am Himmel, doch sie meinten, wir sind schnelle „Geher“ und würden die 310 Meter rauf und runter zum DAV-Hauslocker  in 1 ½ Std. schaffen.

Nun waren es nur 4 die sich auf den Weg zum Spitzingsee machten. Auf dem Kratzenweg ging es hinunter zum Münchner Haus. Am Uferweg angekommen drehten wir noch eine Runde um den See. Und wer lag da am See? Renate die sich sonnte. Nachdem sich das herannahende Gewitter bemerkbar machte, gingen wir zügig in Richtung DAV Haus zu unserer letzten Übernachtung. Auch Karin und Uwe kamen nach kurzer Zeit an, trocken, ohne Regen abbekommen zu haben.

Nachdem das DAV-Haus von der Albert-Link-Hütte mit warmen Speisen versorgt wird, wussten wir, dass es uns heute Abend wieder mal gut gehen wird. Bei einem oder zwei Gläser Rotwein und netten Gesprächen  haben wir den Abend ausklingen lassen.

Die Entscheidung, ob wir am 4. Tag noch etwas unternehmen wurde uns gleich nach dem Aufstehen genommen. Wie angekündigt regnete es und wir haben uns dazu entschlossen nach dem Frühstück die Heimreise anzutreten.  Etwas länger, aber sehr gemütlich fuhren wir einmal quer durch das Alpenvorland in Richtung Peiting Schongau und weiter über Augsburg nach Hause.

Reinhold Hauler