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Wanderreise Mallorca

13. bis 20. Mai 2017      Wanderreise Mallorca – Genusstouren rund um Alcúdia

Es gibt Reiseziele, die auch in ihrer Wiederholung nichts von ihrem Reiz verlieren. Dazu gehört Mallorca. In diesem Jahr haben wir die Bucht von Alcúdia im Norden der Insel ausgesucht und es war eine gute Wahl.

Samstag, 13.05.2017: Anreisetag
Hola Mallorca – wir kommen. Mit Niki Air (Niki Lauda) fliegen wir von Stuttgart nach Palma de Mallorca. Angenehme Temperaturen erwarten uns bei der Ankunft und die typische Inselatmosphäre. Der Transferbus bringt uns ins Hotel „Grupotel Maritimo“ nach Port d’Alcúdia. Eine gute Adresse. Schon am ersten Abend werden wir mit ausgezeichneten Gerichten vom Büfett verwöhnt. Wir sitzen an einem großen Tisch und Isidor ist unser persönlicher Servicemann für die ganze Woche.
Brigitte Köder

Sonntag, 14.05.2017: Erste Wanderung von Cala Agulla zur Cala Mesquida
Gut ausgeschlafen und nach einem deliziösen Frühstück holte uns der Bus zu unserer Muttertags-Wanderung ab. Die Bucht von Agulla war noch ziemlich leer als wir sie am Morgen durchquerten. Ein schöner Weg führte durch einen duftenden Pinienhain bergan. Oben, an einem teils verfallenen Wachturm angekommen wurden wir zum ersten Mal mit einer herrlichen Aussicht über die Insel und das Meer belohnt. Dann kam ein knackiger steiler Steig hinunter nach Cala Mesquida. Zuerst schauten einige etwas skeptisch, aber erfahren wie wir alle sind haben wir den Steig gut bewältigt. Belohnt wurden wir in der Strandbar, wieder mit einer wunderschönen Kulisse.
Einen gemütlichen Weg mit Ginsterduft ging es dann zurück nach Agulla. Da ich die Nachhut bildete und aufpasste, dass keiner abhanden kommt merkte ich auf einmal, dass ein paar fehlten. Wir sahen sie weit hinter uns, leider war einer gestürzt und wurde von Ruth verarztet. Ziemlich lädiert und verschrammt traf er bei uns ein. Aber einen starken Mann haut nichts um, nach einem Tag Ruhe war er wieder startklar.
Wir setzen unseren Weg fort, wollten in Cala Rajada noch den Hafen besichtigen und danach zum Bus gehen. Aber sowohl Hafen als auch Bus haben wir nicht gleich gefunden. Wer jedoch mit Brigitte verreist weiß, sie löst alle Probleme. Für den Hafen war es dann zu spät, aber der Bus brachte uns sicher in unser schönes Hotel zurück wo uns ein sensationelles Abendessen erwartete und uns Kellner Isidor hervorragend betreute.
Hedwig Schwanke

Montag, 15.5.2017: Wanderung von Orient auf den Puig d’Alaró (821m)
Ausgangspunkt für diese Wanderung ist das Städtchen Alaró an den nordöstlichen Ausläufern der Tramuntana. Angenehmer und bequemer Aufstieg durch einen schattigen Steineichenwald. In Gipfelnähe werden die Reste der Burganlage sichtbar. Auf gepflastertem Eselspfad und Treppen erreichen wir das Castell  -  wildromantisch auf einem Hochplateau (ca. 820 m) gelegen.
Die Aussicht ist umwerfend: nach Süden geht der Blick bis in die Bucht von Palma, die Inselhauptstadt und der Airport sind gut zu erkennen. Rechts die Berge der nordöstlichen Tramuntana, in der Mitte vor uns die fruchtbare Ebene Es Pla und ganz links in der Ferne die Ausläufer der Serra Levante. Der Ursprung der Burg lässt sich bis in die Bronzezeit zurückverfolgen. Durch die exponierte Lage ist die Anlage oft Schauplatz von Belagerungen und Eroberungen, zum Beispiel durch Mauren und Aragonier.
Eine Wallfahrtskapelle, ein Restaurant und eine einfache Herberge entdecken wir auf dem Gipfelplateau. Wir verweilen und genießen die spektakuläre Aussicht.
Außerdem Verbrüderung mit Gleichgesinnten  -  eine Wandergruppe aus Aschaffenburg.
Beim Verlassen der Burg lautstarke Verabschiedung durch 2 gepflegte Burgesel.
Abstieg zum Landgasthof „Es Verger“ – locker überholen wir die Aschaffenburger.
Obwohl wir nicht angemeldet sind bringt uns der Wirt an 2 Tischen unter. Es gibt deftiges mallorquinisches Essen, zum Beispiel Brotsuppe, Rotwurst usw.  Vor allem aber auch einen vorzüglichen mallorquinischen Weißwein.
Wir müssen öfters nachbestelllen und wären bei bester Stimmung gern noch länger sitzen (fränkisch „hocken“) geblieben…
Dann der Härtetest: nach dem guten Essen noch mal Aufstieg. Alkohol verdunstet -steigt als Dampf in die Atmosphäre - zurück bleiben quietschende Gelenke. Es folgt noch ein kleiner Asphalt-Marathon zu unserem Bus.
In Front das Bergdorf Orient, im Reiseführer so malerisch als „Dorf der aufgehenden Sonne“ beschrieben, war für uns an diesem Tag leider nicht mehr zu schaffen.
Eine wunderschöne Wanderung mit viel Staunen, Lachen und Freude bleibt uns in Erinnerung.
Edith Eichhorn

Dienstag, 16.05.2017: Von Betlem auf den Bec de Ferrutx, 528 m
Heute liegt eine lange Tour vor uns. Wir fahren in den Osten bis kurz vor Betlem. Von dort wandern wir hinauf zur Eremita de Betlem. Der Aufstieg bietet bereits prächtige Ausblicke auf die Bucht von Alcúdia.
Nur 9 Wanderer gehen die Tour weiter auf den Bec de Ferrutx, den steilsten Zahn Mallorcas. Seine markante Gestalt macht den alpin anmutenden Felskopf zu einem Blickfang ersten Ranges. Mit über 30° C ist es sehr heiß heute. Sportlich marschieren wir auf mit Disgrass überwuchernden Pfaden stets aufwärts. Der Gipfelanstieg erfolgt auf einem mit Steinmännchen markierten felsigen Steig. Wir erreichen unser Ziel, genießen das tolle Panorama auf die Bucht von Alcúdia, die Halbinsel Formentor und das uns zu Füßen liegende Colònia de Sant Pere. Es gibt keinen Schatten. Wir verzehren unser Rucksackvesper und trinken die letzten Getränke.
Auf gleichem Weg kehren wir zurück in der Hoffnung, kühle Getränke in der Einsiedelei zu kaufen. Leider ist der Kiosk geschlossen. 5 Minuten nach der Eremita erreichen wir bei einem in den Fels eingelassenen Marienschrein eine Quelle. Unter einem Löwenmaul sprudelt frisches Wasser hervor. Wir sind gerettet, trinken und füllen unsere Wasserflaschen. Anschließend steigen wir auf dem bekannten Steig abwärts und kommen in die Urbanisation Betlem. Der Wirt in der Bar Es Calo staunt nicht schlecht, als wir gleich doppelte Getränke bestellen. Kein Wunder nach einer 7-Stunden-Tour und knapp 17 km.
Die zweite Gruppe nimmt den Pfad von der Eremita Betlem auf eine Anhöhe zu einem Mirador, von dem sich ein herrlicher Ausblick bietet. Sie kehren nach Betlem zurück und verbringen den restlichen Nachmittag am Strand und auf der schattigen Terrasse der Bar Es Calo.
Gemeinsam warten wir bei der geschlossenen Bar Casablanca auf unseren Wanderbus - und er kommt nicht. Ein Telefongespräch klärt auf: Der Bus wartet um die Ecke in der Parallelstraße. Vollgepackt mit vielen Eindrücken fahren wir zurück ins Hotel.
Brigitte Köder

Mittwoch, 17.05.2017: Auf dem Ornithologen-Trail ins Vall de Bóquer und Abstecher nach Alcúdia
Als Ausgleich für die lange Tour unternehmen wir heute eine gemütliche Wanderung. Wir fahren mit 6 Taxis nach Port de Pollenca und spazieren auf der Uferpromenade am Wasser entlang. Der Weg führt uns aus der Stadt hinaus. Wir passieren die Finca Bóquer und kommen auf einen breiten Pfad, der sich durch zwei mächtige Felsblöcke zwängt. Vor uns weitet sich das Bóquer-Tal. Es steht unter Naturschutz und ist bekannt für seine zahlreichen Vogelarten. Bevor wir in die Bucht absteigen stellen wir uns auf zum Gruppenfoto mit der Formentor-Halbinsel im Hintergrund. Das Wasser in diesem Miniatur-Fjord schimmert in allen Türkistönen. Auf gleichem Weg wandern wir nach Port de Pollenca zurück.
Ein Teil der Gruppe besucht am Nachmittag Alcúdia. Die historische Altstadt ist von einer Stadtmauer umschlossen und prägt das heutige Stadtbild. Zu den größten Attraktionen der mittelalterlichen Stadtmauer zählen die Stadttore. Die engen Gassen mit den zahlreichen Herrenhäusern, den Kirchen und Kapellen laden zu einem Spaziergang ein.
Den Abend lassen wir in der Hotelbar bei einer Flamencoshow ausklingen.
Brigitte Köder

Donnerstag, 18.05.2017: Wanderung über die Halbinsel Alcúdia, 446 m
Am Sonne pur verheißenden Morgen des 5. Wandertages brachten uns fünf Taxis vom Hotel zum Parkplatz an der Ermita de la Victòria (140 m) auf der Halbinsel La Victòria. Der Transfer dauerte 1 Std.
Von dort starteten wir um 9:55 Uhr von stattlichen Pinienbäumen, Heimat der Fichtenkreuzschnäbel der Unterart der Balearen, beschattet und mit herrlichen Ausblicken auf die Ausläufer der Serra de Tramuntana auf einer ansteigenden Forstpiste nordwärts. Am Ende dieses Wegs standen wir auch schon am Fuße des gut besuchten Talaia d’Alcúdia, dessen Gipfel mit 446 m wir sogleich auf steinigem, steilem Pfad erklommen. Von der trigonometrischen Säule auf einem alten Wachturmstumpf errichtet genossen wir den spektakulären 360°-Rundblick vom Cap Formentor (W) über das Hinterland Es Raiguer (S) bis zur Serra de Llevant (O) und hinaus aufs Meer (N). Abgestiegen und zurück beim Rucksackdepot an der Steinpyramide wollten wir den Saumpfad am Osthang nehmen. Aber Halt: Der Rucksack von Fritz blieb herrenlos zurück. Auf Abwegen am Hang im Buschwerk fand ihn Hans. Erleichtert wurde der Talaia d‘Alcúdia fortan in „Puig Fritz“ umbenannt.
Bei schon hoch stehender Sonne setzten wir den Abstieg über den fast baumlosen Bergrücken fort zum Puig des Boc mit Ausblick auf die Badebucht Platja des Coll Baix, die 309 m tiefer türkisfarbig schimmerte und lockte, aber nur kraxelnd zu erreichen ist. Wieder in der Baumzone fanden wir am Refugi des Coll Baix (120 m) einen schattigen Rastplatz für unser Rucksackvesper.
Dem südlich befahrbaren Forstweg kurze Zeit folgend kamen wir rechts an einen Abzweig, querten ein ausgetrocknetes Flussbett, staunten über eine Ansammlung aus zig Steinmännchen, trafen eine versprengte Wanderin und stiegen auf verschlungenen Pfaden zum Coll de na Benet (163 m) hinauf. Diese Passhöhe verließen wir entlang des Torrent des Fontanelles in Richtung Meer und Campanent de la Victòria auf einem überwucherten, stolpersteinigen Pfad. Die Bäume weichen dem Diss (Ampelodesmos mauritanica), einem hochwachsenden Süßgras, wo Schwarzkopfgrasmücken weit verbreitet sind. Wir jedoch wurden von neugierigen Wildziegen, gedeckt durch Zwergpalmen und Riesen-Fenchel lange begleitet. Mit wieder schönen Ausblicken auf die Badia de Pollenca gelangten wir auf einem Karrenweg durstig zum Campanent de la Vicòria und zur nahen Küstenstraße. 300 m zur idyllisch gelegenen Strand-Bar S’Illot retteten uns vor dem „Verdursten“, wo wir auf Meereshöhe unsere Tour mit 11 km und 838 Höhenmetern durch das Areal Natural La Victòria ausklingen ließen. In fünf Taxis fuhren wir wieder nach Port d’Alcúdia zurück.
Ruth Kristin Wendel

Freitag, 19.05.2017: Vom Kloster Lluc auf dem Cami Vell de Lluc nach Caimari
Der letzte Wandertag bricht an. Unser Wanderbus bringt uns zum Kloser Lluc. Unterwegs bewundern wir viele interessante Felsformationen. In Lluc besichtigen wir die Wallfahrtskirche mit der Schwarzen Madonna. Welche Überraschung: Auch eine Gruppe vom Hohenloher Tagblatt treffen wir hier.
Wir verlassen das Klostergelände und wandern durch den Wald hinauf zum Refugi Son Amer. Tolles Panorama zum Kloster und die Berge der Tramuntana. Es geht weiter bergauf. Nach der Quelle Font des Guix bekommt unser Weg ein Pflaster, wie es sich für eine alte Pilgerstraße gehört. An der Steilwand Bretxa Vella passieren wir eine natürliche Pforte. Unser Blick schweift weit hinaus auf die große Ebene Es Pla. Wir wandern bergab durch einen Taleinschnitt und bewundern die kunstvoll angelegten terrassierten Olivenhaine. In der Bar Els Ares in Caimari beenden wir unsere Tour.
Schon 700 Jahre ist der Pilgerweg alt, auf dem einstmals die Gläubigen von Palma und Lluc zum Kloster pilgerten und heute auch wir.
An unserem letzten Abend dürfen wir ein Fischbüfett genießen. Auch in der Hotelbar geht’s nochmals hoch her mit Rhythmen von Queen und Freddy Mercury.
Brigitte Köder

Samstag, 20.05.2017: Heimreise
Letztes Frühstück, letzter Strandbesuch und Stadtbummel. Es folgt ein herzlicher Abschied - wir haben uns sehr wohl gefühlt. Am Nachmittag fliegen wir zurück in die Heimat. Es war eine tolle Reise …..
Brigitte Köder

23 Teilnehmer

Bilder

 

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