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Wasserkraftanlage Potsdamer Hütte

Inselbetrieb Wasserkraftanlage Potsdamer Hütte / Fotscherbach

Der Grund für eine alternative Energieversorgung
Die Energieversorgung der ganzjährig bewirtschafteten Potsdamer Hütte erfordert alljährlich den Einsatz von großen Mengen an fossilen Energieträgern. Die Verbrennung von erheblichen Mengen von Diesel, Holz, Kohle und Gas verursacht eine große Umweltbelastung in der hochalpinen und ökologisch sensiblen Bergwelt durch Abgas- und Lärmemissionen.

Die Lösung für eine alternative Energieversorgung: ein Kleinwasserkraftwerk
Die gebirgige Topographie ermöglicht eine Nutzung der Wasserkraft mittels eines Kleinwasserkraftwerks welches auf den Energiebedarf der Potsdamer Hütte maßgeschneidert ist. Die Anlage ist als Inselbetrieb Wasserkraftanlage geplant.
Das Ziel ist eine jahresdurchgängige und vollständige Substitution der fossilen Energieträger durch erneuerbare Energie welche vor Ort gewonnen werden kann.
Durch die vollständige Substitution der fossilen Energieträger können rund 47,5 to an CO2 Emissionen eingespart werden.

 

Die ökologisch sensible Umweltsituation im Hochgebirge
Die Potsdamer Hütte und der Standort des Kraftwerks befinden sich im Ruhegebiet Kalkkögel. Weiteres sind der hintere Fotscherbach und seine Seitenzubringer als Naturdenkmal ausgewiesen.
Aufgrund der äußerst sensiblen Umweltvorgaben wurden mehrere Vorgespräche mit den zuständigen Behörden der Tiroler Landesregierung und mit dem Tiroler Landesumweltanwalt geführt.
Die massive Reduktion der Umweltbelastung durch den Wegfall von Verbrennung fossiler Brennstoffe ermöglichte schlussendlich eine grundsätzliche Zustimmung der Behörde zur Errichtung einer Ökostromanlage.

Die umfangreiche Planung des Wasserkraftwerks
Nach der Grundsatzentscheidung für ein Wasserkraftwerk wurden die umfangreiche technische Planung mit Vermessung und Hydrologie, die naturkundefachliche Planung mit ökologischer Bestandserhebung und die gewässerökologische Bestandsaufnahme mit Feststellung des biologischen Zustandes durchgeführt.

Das lange und konstruktive Behördenverfahren
Nach intensiven Vorgesprächen mit der Behörde im Herbst 2013 und einer spannenden Behördenverhandlung im September 2015 konnte schließlich der entscheidende Schritt zur Realisierung der Anlage am 27. Mai 2016 mit der Erlangung der wasser- und naturschutzrechtlichen Bewilligung durch das Umweltreferat der Bezirkshauptmannschaft Innsbruck erreicht werden.
In diesem Bescheid sind alle technischen und umweltrelevanten Auflagen detailliert festgelegt. Für die möglichst schonende Umsetzung wurde von der Behörde auch eine ökologische Bauaufsicht bestellt welche die Bauarbeiten in der sensiblen Hochgebirgswelt überwachen wird.

Beschreibung der geplanten Ökostromanlage:
Die geplante Inselbetriebs-Wasserkraftanlage besteht aus einer kleinen Wasserfassung am Fotscherbach, einer etwa 620 m langen, unterirdischen Druckrohrleitung DN 200 mm im Zufahrtsweg, einem vollständig eingeschütteten Maschinenhaus, einem Erdkabel und einer Steuerleitung bis zur Potsdamer Hütte.
Eine 2-düsige Peltonturbine, gekoppelt mit einem Drehstrom-Synchrongenerator ermöglicht die Erzeugung des elektrischen Stroms. Der Generator leistet bei Volllast etwa 30 kW. Die dazu benötigte Nutzwassermenge beträgt max. 40 l/s. Das nutzbare Gefälle beträgt rund 100 m. Die Turbinenregelung erfolgt vollautomatisch je nach dem Wasserdargebot und dem aktuellen Strombedarf der Hütte.
Die für die gesamte Energieversorgung der Potsdamer Hütte benötigte Jahresfracht beträgt lediglich 4,8 % der Jahresfracht am Fotscherbach.

 

Perspektive der geplanten Ökostrom-Wasserkraftanlage Potsdamer Hütte.

Weitere Vorgangsweise
Der nächste Schritt ist die Ausführungsplanung und in weiterer Folge die Errichtung der Wasserkraftanlage in den Sommermonaten 2017.
Ab Herbst 2017 soll die Potsdamer Hütte frei von fossilen Emissionen sein!

Der Kraftwerksplaner
Für die gesamte Planung, Bauabwicklung und die ökologische Bauaufsicht sowie für das umfangreiche Behördenverfahren konnte das renommierte und auf Wasserkraftanlagen spezialisierte Planungsbüro BERNARD Ingenieure ZTGmbH aus Hall in Tirol gewonnen werden.         www.bernard-ing.com

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